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Cosplay, Kyudo und Kalligrafie – Japantag 2016 in Düsseldorf

Der 21. Mai stand in Düsseldorf wieder ganz im Zeichen der traditionellen und modernen Kultur Japans. Rund 750.000 Besucher trafen sich zum bereits 15. Mal in der Rheinstadt, um gemeinsam die Kultur des Landes der aufgehenden Sonne zu feiern.

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Die Wiese am Rheinufer

Wie vielseitig diese ist, zeigten die vielen Veranstaltungen, Workshop, Angebote, Lesungen usw., die überall in der Stadt verstreut waren. Die bunte Schar trat einem gleich beim Verlassen von Düsseldorfs Hauptbahnhof entgegen. Die ersten Free Hugs, erste Gespräche mit Cosplayern, immer wieder ein Aufblitzen von Kimonos in der Menge – man fühlte sich wie in eine Parallelwelt der japanischen Popkultur versetzt.

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Die Rheinuferpromenade, eigens zur Popkultur-Zone ernannt, stand ganz im Zeichen von Cosplay, Anime/Manga usw. War die Rheinwiese zur Mittagszeit noch durchaus begehbar, konnte man spätestens gegen 15 Uhr kaum noch einen Schritt mehr machen. Überall kamen einem bunte Scharen von Menschen entgegen.

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Sonne, Sonne, Sonne: Das Wetter hat dieses Jahr mitgespielt!

Laut vielen Besuchern stand das Cosplayen diesmal wirklich im Mittelpunkt. Es wurden fleißig Fotos von Cosplayern gemacht, sich ausgetauscht, Free Hugs verteilt (teilweise über eine ganze Reihe) und die einzigartige Stimmung genossen, die nur der Japantag bietet.

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Eine fast komplette Love-Live-Gruppe

Wir haben uns unter anderem mit einer Gruppe getroffen, die mit fast allen μ’s-Mitgliedern aus dem Anime ‘Love Live’ vertreten war. Dreamdancerlay (Mitte) cosplayt sein 4 Jahren. Sie macht viele ihrer Kostüme selbst. Dieses Mal hat sie auf eine gekaufte Uniform zurückgegriffen, was sie bei Gruppen-Cosplays auch eher rät. “Um ein einheitliches Resultat zu bekommen”, sagte sie. Die Mädels kamen aus verschiedenen Teilen Deutschlands und hatten sich zusammengefunden.

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Kara (links) war als Cirno von ‘Touhou Music Project’ unterwegs und kam aus dem Saarland. Das Kostüm hatte sie selbst genäht, Flügel inklusive. Sie cosplayt selbst seit 2 Jahren.

Andere Orte, aus denen die Leute kamen, mit denen wir uns unterhalten haben? Kiel, Essen, Stuttgart, auch aus dem Ausland waren manche angereist.

Ebenfalls am Rheinufer reihten sich die verschiedenen Stände aneinander, die zum Beispiel die Möglichkeit boten, Kimonos anzuprobieren und fachgerecht anzuziehen, oder auch Infos zu Japans Technologie, Reisemöglichkeiten und Sprache gaben. Manga- und Anime-Merchandise gab es auch in Hülle und Fülle.

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Wir trafen auch auf Thorsten (aka Whrex) und Tobias (aka Skally), die beide aus Felbert kommen (das sind so 35 km Entfernung). 2014 waren sie zum ersten Mal beim Düsseldorfer Japantag. Sie cosplayen auch und bei der Frage, was sie an Japan am meisten fasziniert, meinten sie “die ganze Kultur”.

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Diese Gruppe bestand vorwiegend aus Assassin’s-Creed-Fans. Andreas (rechts) kam aus der Schweiz angereist und war als ACE unterwegs. Laila (unten, leider nicht besser zu sehen ;-;) hat für ihr selber genähtes Kostüm ungefähr 3 Wochen gebraucht. Toll fand sie am Japantag, dass man so viele Leute kennenlernt, mit Freunden unterwegs sein kann und allgemein die ganze Kultur erleben kann. Sie selbst bezeichnet sich als riesigen Japan-Fan.

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Ziemlich großen Andrang fanden auch der Kyudo- und der Samurai-Stand in der Nähe des Rheinturms. Hier wurde die Kunst der Bogenschießens vorgeführt, bei der besonders die Konzentration und die komplexen Bewegungsabläufe eine große Rolle spielen. Eine Reise ins feudale Japan bot das Samurai-Heerlager. Es ist jedes Jahr ein Highlight und stellt unter anderem historisch originalgetreue Rüstungen, Waffen und die Nutzung von Falken in den Mittelpunkt.

Fans japanischer Sportarten und Kampfkünste kamen auf ihre Kosten, denn neben Kyudo und laido (“Weg des Schwertziehens”, aus der Kampfkunst der Samurai entstanden) wurden auf der Sport-Bühne noch Sumo, Judo, Karate, Okinawa-Kobudo, Ju-Jutsu, Naginata, Kendo und Aikido vorgestellt.

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Am Burgplatz traten hingegen viele Gruppen, Chöre und Tanztruppen auf. Traditionelle Klänge gab es bei der Vorführung der Koto-Gruppe (ein japanisches Instrument), ein besonderes Erlebnis boten auch ein Auftritt mit der Bambusklangflöte Shinobue und eine Schwerttanz-Vorführung. Das Highlight des Abends bot dann die Band Orand mit der Volkssängerin Takemi Kakizaki auf der Hauptbühne am Burgplatz.

In Richtung Altstadt stieß man auf Menschenmengen, die vor dem Filmmuseum standen (“Black-Box Kino”, hieß es von den Wartenden). Viele Ausstellungen hatten auch im Rahmen des Japantages geöffnet, besonders zum Thema Kunst und Wirtschaft.

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Den krönenden Abschluss bildete das traditionelle japanische Feuerwerk, das in diesem Jahr unter dem Motto “Bäume, Blumen, Tiere – die Welt der Natur” stand. Von der Rheinweise aus, aber auch an vielen anderen Orten der Stadt konnte man das Feuerwerk genießen.

 

Der Düsseldorfer Japantag existiert seit 15 Jahren. Die Stadt in Rheinland-Pfalz stellt sozusagen das Zentrum der starken Beziehungen zwischen Deutschland und Japan dar. Insgesamt haben ca. 380 japanische Firmen ihren Sitz in Düsseldorf. Bekannt ist auch das Japanviertel.

 

About Kotohime (45 Articles)
Geeks Life writer & editor who likes Japanese street fashion, Touhou music and Love Live. Also a cosplayer under the name NozoMinaj and part of the cosplay unit Navigators.

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